Das römische Kastell Pfünz


Nördliche Toranlage (Außen)

CASTRA VETONIANA


Nördliche Toranlage (Innenn)

 

 

Das Kastell liegt südlich des Dorfes auf dem sog. „Kirchberg“, einer spitz vorspringenden Bergzunge, 42 Meter über dem Altmühltal. Es bildet ein etwas verschobenes Rechteck von 189 Meter Länge und 145 Meter Breite und entspricht einer Fläche von 2,75 ha. Die Bergzunge wird von drei Tälern umschlossen daraus ergibt sich für das Kastell einestrategisch optimale Lage.

 

Das Kastell wurde unter Kaiser Domitian (87-96 n. Chr.) zunächst als Holz-Erdekastell erbaut was archäologische Funde bestätigen. Unter den Kaisern Antonius Pius (136 - 161) und Marc Aurel (161 - 180) wurde das alte Kastell durch Steinbauten ersetzt und ausgebaut. Gefundene Inschriftensteine bezeugen die Baumaßnahme. Seine Zerstörung erfuhr es im Jahre 233 beim Alemanneneinfall, der den meisten römischen Kastellen nördlich der Donau den Untergang brachte.
 

 

Die Besatzung des Kastells bildete die COHORS I  BREUCORUM, die erste Kohorte der Breuker. Eine Inschrift nennt sie -CIVES ROMANI-, römische Bürger, auf zwei anderen heißt sie - VALERIA VICTRIX BIS TORQUANTA OB VIRTUTEM APELLATA EQUITATA d. h. die siegreiche velerische, wegen ihrerTapferkeit zweimal ausgezeichnet; wann und wo sie diese Auszeichnungen erhielten, ist leider nicht überliefert. Die Truppenstärke dieser Auxiliarsoldaten in Pfünz betrug etwa 500 Mann, diese teilten sich in 180 Reiter und 320 Mann Fußtruppe. Waffen und Ausrüstungsgegenstände wurden in größerer Zahl bei Grabungen gefunden. Diese belegen die typische Bewaffnung (um 200 n. Chr.) wie Speer, Kurzschwert, (für die Reiterei Langschwert), Dolch, Helm, Ovalschild, Ketten- oder Schuppenpanzer. Eine rekonstruierte Wachstube im Nordtor zeigt zwei Auxiliar Soldaten in voller Bewaffnung. Die Kastellbesatzung hatte die Aufgabe den in 15 km nördlich gelegenen Limes zu bewachen, Straßen und Brücken instand zu halten und an der Reichsgrenze für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Südlich des Kastells, zu beiden Seiten der Straße, liegt das Lagerdorf. Der bedeutendste Bau war der Jupiter Dolichenustempel wo ein Münzschatz gefunden wurde. Im Tal des Pfünzer -Baches war die Handwerkersiedlung sowie ein römisches Bad angesiedelt. Seit Ende des 19.Jhd. wurden immer wieder archäolog. Grabungen im Kastell und Lagerdorf durchgeführt. Hier erwarb sich Dr. Friedrich Winkelmann besondere Verdienste. Die reichlich ergrabenen Funde befinden sich im Besitz des Historischen Vereins Eichstätt und sind zum Teil im Museum für Ur- und Frühgeschichte in Eichstätt auf der Willibaldsburg ausgestellt
 

 

Um den Besuchern einen möglichst historisch- informativen Eindruck von einem römischen Kastell zu vermitteln, wurde das Nordtor, der westl. Eckturm und die dazwischenliegende Wehrmauer rekonstruiert. Archäologische Funde gaben wichtige Hinweise, abgestimmte Baumaterialien und Verarbeitung sorgten für eine gelungene Rekonstruktion. Um das Kastell führt ein „Römerlehrpfad“. Auf verschiedenen Tafeln wird die Geschichte des Kastells und des Lagerdorfes erklärt. Auf den Wehranlagen sind diverse römische Inschriftensteine als Kopie zusehen und erklärt. In einem Turm der Toranlage wurde eine römische Wachstube rekonstruiert. Zwei Auxiliarsoldaten in voller Bekleidung und Bewaffnung sollen den Betrachter die Zeit im 2. Jhd. n. Chr. näher bringen. Die Rekonstruktion der Soldaten fundiert auf Originalfunde und archäologischen Erkenntnissen.

Rekonstruktion Kastell Pfünz

Rekonstruierter Bebauungsplan des Kastells Pfünz um 200 n. Chr.

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Für die Besichtigung der Anlage sollten mindestens 1,5 Stunden eingeplant werden.

Parkplätze sind reichlich vorhanden.

 

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Nähere Informationen erhalten Sie beim Historischen Verein Eichstätt:

 


85072 Eichstätt

Tel.:  08421/89450
FAX 08421/80926

 

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